Zusammenhang zwischen Finanzierung und Ergebnissen von wissenschaftlichen Studien

20. März 2007

Finanzierung von wissenschaftlichen StudienDie Mittel zur Durchführung von Studien werden über Firmen, öffentliche Stellen oder private Vereine bereitgestellt. Es gibt Hinweise, dass Studien, die von einer Firma mit finanziellen Interessen gesponsort werden, eher Resultate hervorbringen, die das entsprechende Produkt positiv hervorheben. Man nennt diesen Einflußparameter auch »Sponsorship-BIAS«. Dieses Phänomen ist natürlich besorgniserregend, denn wenn unser Wissen über Effektivität und Sicherheit diverser Medikamente und Nahrungsmittel auf verfälschten Ergebnissen beruht, könnte sich das negativ für die öffentliche Gesundheit auswirken. Diesbezüglich gibt es bereits einige Untersuchungen über pharmakologische Studien und deren Ergebnisse. Über den Zusammenhang zwischen Nahrungsmittel-Studien und möglichem Sponsorship-BIAS strengte nun erstmals eine Forschergruppe rund um Dr. Lesser genauere Untersuchungen an.

Aufgrund der Unmenge an existierenden, ernährungsrelevanten Studien beschränkten sie sich auf Studien zu nichtalkoholischen Getränken wie Limonaden, Säfte und Milchprodukte. Die Wissenschaftler screenten diese Studien nach Verbindungen zwischen der Art der Finanzierung und dem jeweilgen Ergebnis.

Es wurden alle Originalartikel und Reviews zum Thema zwischen 1999 und 2003 in die Untersuchung miteinbezogen, insgesamt 206 Studien. Die Ergebnisse wurden eingeteilt in »günstig«, »nachteilig« und »neutral«. Nur 54% der einbezogenen Studien deklarierten ihre Finanzierung, welche in die Kategorien »nur Industrie«, »keine Industrie« oder »gemischt« unterteilt wurde.

Industry funding of nutrition-related scientific articles may bias conclusions in favor of sponsors products, with potentially significant implications for public health.

Die Forscher fanden eine starke Assoziation zwischen der Finanzierungsart und den letztlichen Resultaten der Studien. Exklusiv von Firmen gesponsorte Artikel hatten eine 4-8x höhere Wahrscheinlichkeit günstige Ergebnisse zu produzieren als Studien, die nicht von kommerziellen Geldgebern unterstützt wurden.

Diese Ergebnisse überraschen in Anbetracht des bereits vorhandenen Wissens über die BIAS nicht, die Frage nach einer Lösung dieses Problems bleibt jedoch offen. Letztlich kann eine Besserung der aktuellen Situation nur durch mehr unabhängige Geldgeber erreicht werden.

Lesser LI, Ebbeling CB, Goozner M, Wypij D, Ludwig DS. Relationship between Funding Source and Conclusion among Nutrition-Related Scientific Articles. PLoS Med. 2007 Jan 9;4(1):e5 [Epub ahead of print] [Link]

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