Warum Multivitaminsäfte immer exotisch schmecken

04. April 2007

Multivitaminsäfte mit exotischem GeschmackManch einer hat sich vielleicht schon gewundert, warum Multivitaminsäfte nahezu immer in tropisch angehauchten Geschmachsrichtungen erhältlich sind. Die Antwort darauf ist einfach und greift auf eine altbekannte – aber nicht immer richtige – Regel zurück: Alles was gesund ist, schmeckt nicht gut.

Zutaten mit hohem ernährungsphysiologischem Wert stellen die Fruchtsafthersteller oft vor das Problem, dass sie schlichtweg nicht gut schmecken. Sie erzeugen bei den meisten Konsumenten einen unangenehmen und fremdartigen Eindruck, der nicht zum Wiederkauf anregt. Fantasiegetränke haben dabei einen etwas größeren Spielraum, da der Konsument sie nicht mit einem bekannten Geschmack vergleichen kann.

Schwieriger bis unmöglich wird das Food-Design jedoch, wenn ein bestimmter, weithin bekannter Geschmack im Vordergrund stehen soll. Hier hat der Verbraucher eine Referenz im Kopf, mit der er vergleichen kann. Leider – oder Gottseidank – kommt fast keine chemisch erzeugte Geschmackskomponente an den natürlichen Geschmack von Früchten ran. Allerdings kennen viele Kinder und Jugendliche in der heutigen Zeit die einzelnen Aromen nur mehr von industriell gefertigten Produkten und verziehen angeekelt den Mund, wenn sie eine echte Frucht zu essen bekommen. Hier haben sich ganz im Sinne der Industrie die Werte im Laufe der Zeit verkehrt.

Aufgabe der Food-Designer ist es nun, die unerwünschten Geschmäcker zu verdecken und hier bieten sich vor allem exotische Aromen wie Kiwi oder Mango an. Enthält das Getränk auch noch viele Mineralstoffe, wie beispielsweise die aus dem Sport bekannten Elektrolytgetränke, so wird der Prozess noch um einiges schwieriger. Mineralstoffe erzeugen einen sehr penetranten, metallischen Geschmack, der einen Eindruck erweckt, als ob man gerade an einer Strassenlaterne lutscht. Zutaten wie Chrom oder Zink sind dabei im Aroma so intensiv, dass sie für den Ernährungsbereich nahezu ungeeignet sind und nur mit ebenso intensiven Geschmäckern wie Zimt oder Pfefferminze übertüncht werden können.

Im Sinne der Gesundheit setzen die Konsumenten natürlich andere Maßstäbe an das Produkt. Es muss nicht ausschließlich dem guten Geschmack dienen, sondern darf auch mal etwas »ausgefallener« schmecken. Dennoch werden gute und gesunde Säfte besser verkauft und setzen sich gegen die Konkurrenz durch, sodass jeder Hersteller sehr genau auf die Aromen achtet.

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3 Reaktionen zu “Warum Multivitaminsäfte immer exotisch schmecken”

  1. Sophia

    hallo ich hatte da mal ein paar fragen weil ich muss bis dienstag den 15 Mai ein Referat vorbereiten ich habe das thema fruchtsaft und fruchtsaftgetränke und ich weiß bei den fragen nicht weiter ich stelle ihnen mal am besten die fragen: wie und wo kann das produkt verwendet werden, wie hoch is der preis ich würde mich freun wenn Sie so schnell wie möglich zurück mailen

  2. DocMed

    Hallo Sophia,

    ich würde ja gerne weiterhelfen, komme jedoch nicht ganz hinter den Sinn der Fragen. Wie können Multivitaminsäfte weiterverwendet werden und was kosten sie? Bitte um Erläuterung.

    MfG
    DocMed

  3. ilpadre

    Ich habe mir die Frage zwar nie gestellt, aber die Antwort ist interessant. ;)

    Vielleicht (hoffentlich) ändert sich in einigen Jahren ja auch die Perspektive, und man geht wieder weg von dem heute überall praktizierten Vitamin- und Mineralstoffzusatz-Overload und schaut ein wenig mehr auf die sekundären Pflanzenstoffe. Dann wäre plötzlich wieder der naturtrübe Apfelsaft en vogue, und Kinder würden wieder echte Früchte schmecken.

    Das würde natürlich einerseits erfordern, dass die Menschen begreifen, dass »mehr Vitamine« nicht gleich »mehr Gesundheit« bedeutet und dass man Vitamine sparen kann, weil Polyphenole deren Wirkungen um Größenordnungen einiger Zehnerpotenzen verbessern. Andererseits müsste die Industrie mitziehen, und das dürfte (wie immer) das größere Problem sein.

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