Veganer leben gefährlich

26. Februar 2011

Veganer essen kein Fleisch oder tierische Produkte jeglicher Art, wie etwa Eier, Gelatine, Fischölkapseln, Honig oder Milch. Trotz des meist ethischen Hintergrundes dieser Lebensweise gehen Vegetarier – insbesondere Veganer – ein höheres Risiko ein, kardiovaskuläre Krankheiten zu entwickeln, als bisher angenommen. Diese Erkenntnis stammt aus einem Review, der die Ergebnisse von einschlägigen Studien der letzten 30 Jahre zusammengefasst hat. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang vor allem die Entwicklung einer Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) und erhöhten Thromboseneigung, die aufgrund der verminderten Zufuhr bestimmer Nährstoffe aus tierischen Lebensmitteln entstehen und zu lebensgefährlichen Komplikationen führen können.

In der Studie wird allerdings hervorgehoben, dass bei Fleischessern im Vergleich zu Veganern und Vegetariern deutlich häufiger ein erhöhtes Risikoprofil für kardiovaskuläre Erkrankungen anzutreffen ist. Diese Risiken umfassen beispielsweise BMI, Taille-zu-Hüfte Verhältnis, Blutdruck, Gesamtcholesterin und Serumlipide. Nichtsdestotrotz leben auch Veganer und Vegetarier nicht so risikoarm wie gemeinhin angenommen.

Ursache sind vor allem die verminderten Spiegel an mehrfach ungesättigten Omega-3 Fettsäuren und Vitamin B12. Das führt zu überhöhten Homocystein-Werten und erniedrigtem HDL (=sog. »gutes« Cholesterin). Homocystein steht unter Verdacht, die Gefäßwände (direkt) zu schädigen und auf diversen biochemischen Umwegen zu einer erhöhten Thromboseneigung zu führen. HDL wirkt unter anderem gefäßprotektiv.

Zusammenfassend sollten Vegetarier, insbesondere Veganer, die Zufuhr an Omega-3 Fettsäuren und Vitamin B12 möglichst hoch halten. Optimale Quelle für die mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind Fische oder Fischölkapseln, was allerdings bei Veganern wohl nicht in Frage kommt.

Li D. Chemistry behind Vegetarianism. J Agric Food Chem. 2011 Feb 9;59(3):777-84. Epub 2011 Jan 4.

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