Übergewicht ist mit Asthma assoziiert
09. April 2007
Schenkt man einer landesweiten Studie (National Health and Nutrition Examination Survey 1999-2002) Glauben, so leiden 65% der amerikanischen Erwachsenen an Übergewicht oder massiver Adipositas. Obwohl Asthma bronchiale weniger verbreitet ist, betrifft es immerhin 7% der amerikanischen Bevölkerung. Es existieren bereits einige Studien, die den möglichen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Asthma untersuchten, Dr. Rand Sutherland wertete die vorhandenen Ergebnisse nun in einer aktuellen Meta-Studie aus.
Es genügten letztlich 7 Studien mit einer Gesamtzahl von 333 102 männlichen und weiblichen Personen den Einschlusskriterien der Meta-Studie. Die Probanden wurden eingeteilt in »normalgewichtig« bis zu einem BMI<25, "übergewichtig" bis BMI 29,9 und "adipös" ab einem BMI von 30.
Bei der Auswertung zeigte sich, dass das Risiko bei Übergewicht und Adipositas an Asthma bronchiale zu erkranken mit steigendem BMI bei Männern und Frauen anstieg. Die Inzidenz (=Zahl der Neuerkrankungen) von Asthma war um bis zu 50% höher bei Probanden mit zu hohem BMI als bei Normalgewichtigen.
Im Umkehrschluss würde dies bedeuten, das die Zahl der Asthmakranken stark reduziert werden könnte, wenn die vorherrschende Übergewichtsproblematik in den USA gelöst werden würde. Dadurch könnte laut Dr. Sutherland die Zahl der Neuerkrankungen an Asthma bronchiale um bis zu 250.000 Fälle pro Jahr reduziert werden, eine für das Gesundheitssystem äußerst relevante Zahl. Und Sutherland geht noch einen Schritt weiter: Rechnet man die Ergebnisse auf die kindliche Bevölkerung um, wo die Zahl der Neuerkrankungen 5x höher als bei den Erwachsenen ist, hätte schon eine kleine Änderung der Risikofaktoren große Auswirkungen.
Doch die Autoren der Meta-Studie gestehen jedoch auch Einschränkungen ihrer Ergebnisse ein. Sie seien sich nämlich keinesfalls sicher, zu welchem Prozentsatz die Diagnose "Asthma bronchiale" bei Übergewichtigen überhaupt richtig gestellt wurde und wird. Mit viel Speck auf den Rippen liese es sich allgemein nicht gut atmen, denn das Lungenvolumen sei reduziert, der Sauerstoffverbrauch sei viel höher und Reflux sowie Schlafapnoe hätten Einfluss auf die Atmung. All diese Faktoren würden letztlich zu asthmaähnlichen Symptomen führen, die leicht missinterpretiert werden könnten.
Als Fazit folgerten die Autoren, dass Übergewicht ein etablierter Risikofaktor für Diabetes, Schlafapnoe, kardiovaskuläre Krankheiten und Arthrose sei. Asthma bronchiale müsse laut den vorhandenen Daten dieser Liste hinzugefügt werden.
Beuther DA, Sutherland ER. Overweight, Obesity, and Incident Asthma: A Meta-analysis of Prospective Epidemiologic Studies. Am J Respir Crit Care Med. 2007 Apr 1;175(7):661-6. Epub 2007 Jan 18 [Link]
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