Supplementation von Selen erhöht Risiko für Diabetes mellitus
10. Juli 2007
Selen ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement. Als reichhaltige Quellen für Selen gelten Getreide und Getreideprodukte. Allerdings ist deren Ergiebigkeit vom Selengehalt des Bodes abhängig und unterliegt deshalb großen regionalen und saisonalen Schwankungen. Durch die normale Ernährung ohne zusätzliche Supplementation werden Schätzungen zufolge ca. 50% des Bedarfs an Selen durch Cerealien, der Rest durch Fleisch und Eier abgedeckt. Die postulierte Hauptwirkung von Selen liegt vorwiegend in seiner antioxidativen Potenz. Dadurch soll es bei Erkältungen helfen, Gürtelrose (Herpes zoster) bekämpfen, die Fruchtbarkeit fördern, Arthritis und sogar Multiple Sklerose mildern. Außerdem wird Selen gerne medienwirksam als Anti-Aging Mittel verkauft. Neben der präventiven Wirksamkeit bei Prostatakrebs gehen einige Wissenschaftler zudem von einer vorbeugenden Wirkung bei Diabetes mellitus aus.
Die empfohlene Tageszufuhr von Selen liegt bei 0,9 µg pro Kilogramm Körpergewicht. Die Spanne zwischen gesundheitlich unbedenklicher Zufuhr und toxischer Wirkung ist bei Selen jedoch relativ gering. Als noch sichere Obergrenze bei längerdauernder Zufuhr wird in der Literatur eine Menge von 5 µg/kg Körpergewicht angesehen. Ab ca. 2400 bis 3000 µg treten erste Vergfitungserscheinungen in Form von Durchfall, Verstopfung, Leberschäden oder Reizzuständen auf.
Eine großangelegte, randomisierte Studie (Nutritional Prevention of Cancer Trial) untersuchte nun den Effekt einer Langzeitsupplementation von Selen auf die Entwicklung von Diabetes mellitus. Die Wissenschaftler verfolgten 1202 Probanden über einen Zeitraum von durchschnittlich 7,7 Jahren. Eine Hälfte der Probanden supplementierte täglich 200 µg Selen, die andere Hälfte erhielt ein Plazebo. Keiner der Teilnehmer litt zu Beginn der Studie an Diabetes mellitus.
Am Ende des Beobachtungszeitraumes hatten 58 Probanden der Selen-Gruppe und 39 Probanden der Plazebo-Gruppe einen Diabetes mellitus Typ 2 entwickelt. Es waren vorwiegend jene Probanden betroffen, die bereits zu Beginn der Studie höhere Selenwerte im Blut aufwiesen. Somit war nach 7,7 Jahren die relative Risikorate für die Entwicklung einer Zuckerkrankheit bei Supplementation eines Selenproduktes nach statistischen Berechnungsmethoden um circa 50% gegenüber der restlichen Bevölkerung erhöht.
Diese Aussage bekommt zusätztliche Brisanz, wenn man sich vor Augen hält, dass ungefähr 60% der Amerikaner regelmäßig Multivitamintabletten zu sich nehmen. Darin finden sich zwischen 30 bis 200 µg Selen. Zusätzlich zum bereits mit der Nahrung aufgenommenen Selen kommen so Mengen jenseits der empfohlenen Tageszufuhr zustande.
Der Leiter der Studie, Dr. S. Stranges, meinte dazu:
»No single study can provide the answer to a scientific question, but at this time, selenium supplementation does not appear to prevent type 2 diabetes, and it may increase risk of the disease. However, our understanding of the mechanisms whereby selenium would increase risk of diabetes is very limited at this time and this issue needs to be further explored. Nevertheless, I would not advise patients to take selenium supplements greater than those in multiple vitamins.«
Demnach könne eine einzelne Studie keine wissenschaftliche Fragestellung komplett beantworten. Zum jetzigen Zeitpunkt scheine eine Supplementation mit Selen jedoch keine präventive Wirkung auf die Entwicklung von Diabetes mellitus zu haben, sondern umgekehrt sogar das Risiko zu erhöhen. […] Er würde keinem Patienten raten, Selen in einer höheren Dosierung als in Multivitamintabletten zu sich zu nehmen.
Derzeit findet sich in der wissenschaftlichen Literatur keine größere oder über einen längeren Zeitraum durchgeführte Studie, die Selen-Supplemente mit Plazebo vergleicht. Dementsprechend aussagekräftig sollten auch die Ergebnisse angesehen werden.
Stranges S, Marshall JR, Natarajan R, Donahue RP, Trevisan M, Combs GF, Cappuccio FP, Ceriello A, Reid ME. Effects of Long-Term Selenium Supplementation on the Incidence of Type 2 Diabetes. A Randomized Trial. August 2007. Annals of Internal Medicine, Volume 147.
Weiterführende Literatur: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente. Gesund und fit mit Vitalstoffen. Ein kritischer Ratgeber
alli und Diabetes - die XENDOS-Studie
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Am 2. Februar 2009 um 18:33 Uhr
Ich habe eine hypertensive Enzephalopathie, nehme seit
über 1 1/2 Jahren hochdosiertes Selen (1200 up) und komme
damit gut zurecht. Allerdings gepaart mit anderen Vitaminen.
Es hat zumindest meinen Allgemeinzustand erheblich verbessert
und meine erheblichen Unkoordinierten Bewegungen auch.
Betreibe allerdings 3 x mal die Woche Bodengymnastik 45 min, gepaart mit langsamen Koordinationstraining.
Meine Haut ist gut und meine geistigen Fähigkeiten nehmen, nach
erheblicher Demenz zu. Ich rauche und trinke nicht, und esse
viel Obst.
Ich denke, daß Selen nicht schadet auch in hohen Dosen nicht. Diverse Artikel aus der Ärzte Zeitungen bestätigen dies unter
anderem auch.
Ich möchte alldenjenigen Mut machen, denen kein Arzt mehr
helfen kann. Ich bin nämlich auch so ein Fall. Ich hatte und
habe keine andere Chance. Mir blieb nur der Versuch und ich
bin froh, daß ich es nehmen kann.
Mit freundlichen Grüßen
S. Günther
Am 1. Juni 2009 um 18:05 Uhr
Also wenn von 612 Probanden 58 und sogar von der Plazebo Gruppe39 Probanden einen Diabetes mellitus entwickelt haben, so frage ich mich wie sich die Probanden in den 7 Jahren ernährt haben. Das ergebnis ist durchaus positiv zu bewerten!!Wie heute allgemein Med. bekannt, ist die Supplementierung mit Selen äußerst wichtig, da gerade Deutschland eines der Selenärmsten Ländern Weltweit ist. Warum wird immer wieder vor Mikronährstoffen so eine Angst gemacht? Vergleichen Sie doch mal die Anzahl der Todesfälle von Mikronährstoffen mit den Todesfällen von Medikamenten. Es gibt Weltweit keinen einigen Todesfall durch den Einsatz von Vitaminpräparaten zu verzeichnen!! Durch den Medikamentenkonsum alleine in Deutschland jährlich zwischen 20 bis 30 Tausend. Darum sollten wir uns lieber sorgen machen.Hier noch ein netten Link www.youtube.com/watch?v=jcw1li-8vFA
Mfg Daniel S.