Studie über Transfette in Alltagsprodukten

24. April 2007

Trabsfette bzw. trans-Fettsäuren in AlltagsproduktenTrans-Fettsäuren sind Lebensmittelbestandteile, die durch industrielle (Teil-)Härtungsprozesse entstehen. So sind die Lebensmittel leichter zu verarbeiten und länger haltbar. Auch durch langes Erhitzen von Fett, etwa beim Frittieren, können Transfette entstehen. Ihr gesundheitsgefährdendes Potential wird immer wieder kontroversiell diskutiert. Wissenschaftlich ist bisweilen gesichert, dass Transfette das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko am ungünstigsten beeinflussen. Sie erhöhen den Gehalt an »schlechtem« LDL und vermindern den Gehalt an »gutem« HDL im Blut.

Ferner wird eine negative Wirkung auf Embryos angenommen. Eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Allergien, Diabetes, Krebs, chronisch entzündlichen Erkrankungen und kognitiven Schwächen wird ebenfalls diskutiert, konnte aber bisher weder zweifelsfrei nachgewiesen noch ausgeschlossen werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt die Zufuhr an trans-Fettsäuren so gering wie möglich zu halten. Die deutschsprachigen Ernährungsgesellschaften empfehlen maximal ein Prozent der Energiezufuhr über Transfette zu decken (2,5g-3/Tag für Erwachsene und 1,5g/Tag für Kinder). Eine gesetzliche Beschränkung der täglichen Transfettzufuhr gibt es bis dato jedoch nur in Dänemark.

Die österreichische Arbeiterkammer (AK) hat 76 Produkte vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Wien kaufen und testen lassen: 38 x Fast Food (Pommes frites, Burger, Tiefkühlpizzen), 27 Backwaren (Croissants, Topfen-Golatschen, Schokodonuts) 11 x Popcorn (für Mikrowelle, vom Kinofbuffet). Gekauft wurde in Supermärkten, Fast Food-Restaurants und Kinobars. Dies ist nach 2005 bereits die zweite derartige Erhebung der AK. Die Studie brachte folgende Ergebnisse:

22% (17 Produkte) wiesen Werte von mehr als 2% trans-Fettsäuren im Fettanteil (%TFS/FA) auf. Diese Lebensmittel wären mit den in Dänemark geltenden Beschränkungen mit einem Maximalwert von 2% TFS/FA bereits verboten. In Österreich können diese Produkte ohne Einschränkungen und spezielle Hinweise oder eine Auskunftspflicht für Anbieter verkauft werden. 10% (8 Produkte) hatten eindeutig zu hohe Transfettgehalte (>4% TFS/FA) und besonders in der neuen »Problemgruppe« Popcorn hatten 38% (3 Produkte) Transfettgehalte von >30% TFS/FA!

Spitzenreiter unter den Popcorns waren Kelly’s Original Popcorn mit 8,1g TFS pro 100g, Kelly’s Golden Pop (Butter flavored) mit 8,42g und Frank’s Mikrowellenpopcorn 9,73g.

Positiv herauszuheben ist die Tatsache, dass im Vergleich zur 2005 durchgeführten Studie die Zahl der Lebensmittel mit einem Transfettgehalt von mehr als 2% TFS/FA um 5% gesunken ist. Darüber hinaus war die aktuelle Erhebung fast ausschließlich auf die ehemaligen Problemprodukte bezogen, was die Ergebnisse in noch besserem Licht erscheinen lässt. Es ist also durchaus eine positive Entwicklung zu erkennen.

Die oben genannten Grenzwerte für Transfette sind schneller erreicht als man denkt, gerade bei Kindern trägt die derzeit »moderne« Ernährung sehr zu einem Überangebot an diesen ungesunden Fettsäuren bei. Dies kann anhand eines Beispiels sehr eindrucksvoll veranschaulicht werden: Nehmen wir ein sechsjähriges Mädchen. Der Kalorienbedarf beträgt in diesem Alter etwa 1400 kcal und die empfohlene Menge an Transfetten liegt bei 1,5g/Tag. Zum Frühstück gibts ein Croissant (1,5g TFS), mittags konsumiert sie einen Hühnerburger (0,83g TFS) und kleine Pommes (1,20g TFS), abends knabbert das Mädchen noch Popcorn (4,87g TFS). Macht in Summe 8,40g TFS, das entspricht dem mehr als 12fachen der empfohlenen Tagesdosis.

Aufgrund dieser Daten fordert die AK in Anlehnung an Dänemark einen gesetzlichen Transfett-Grenzwert für Österreich. Ebenso soll eine umfassende Auskunftsverpflichtung der Hersteller gegenüber Konsumenten gesetzlich verankert werden. Hier würde sich ein neues Konsumenteninformationsgesetz anbieten, in welchem z.B. ein derartiges Auskunftsrecht einklagbar verankert werden könnte.

Quelle: Österreichische Arbeiterkammer

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