Salz als Risikofaktor für Magengeschwüre

26. Mai 2007

Salz erhöht Risiko für Magenulkus und DuodenalulkusIn Deutschland erkranken pro Jahr circa 120.000 Menschen an einem Magengeschwür (lat. Ulcus ventriculi) und 40.000 Personen an einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni). Neben Ursachen wie der Einnahme von bestimmten Medikamenten (z.B. Aspirin), Rauchen, Alkohol, Streß oder hormonellen Dysbalancen steht die bakterielle Infektion mit Helicobacter pylori im Vordergrund. Bei 99% aller Patienten mit einem Zwölffingerdarmgeschwür und 75% der Patienten mit einem Magengeschwür findet man dieses Bakterium in der Magenschleimhaut. Aus epidemiologischen Daten weiß man, dass zwischen der Besiedelung mit H. pylori und der menschlichen Ernährung ein Zusammenhang besteht, vor allem Salz scheint dabei eine wesentliche Rolle zu spielen.

Helicobacter pylori ist ein stäbchenförmiges Bakterium, das in der sauren Umgebung des Magens und Zwölffingerdarms überleben kann. Bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung über 50 Jahre kann dieser Keim im Magen nachgewiesen werden, wobei eine Besiedelung nicht immer eine Erkrankung zur Folge haben muss. H. pylori führt primär zu einer Entzündung des Magens (Gastritis), ein Geschwür ist letztlich eine Komplikation dieser Grunderkrankung. Infizierte Menschen haben zudem ein 2-6fach höheres Risiko, an Krebs im Bereich der Schleimhaut (sog. MALT) zu erkranken.

Bisher hat sich die Forschung hauptsächlich auf die Auswirkungen der Ernährung auf das Magenmilieu und der damit assoziierten Besiedelung mit H. pylori konzentriert. Ausgehend von der Tatsache, dass hoher Salzkonsum das Risiko für eine Erkrankung des Magen/Darmtraktes wesentlich steigert, schenkte eine Forschergruppe der Universität Bethseda (Maryland, USA) nun den direkten Auswirkungen von Salz auf besagtes Bakterium ihre Aufmerksamkeit. Sie beobachteten dabei das Wachstum und die Genexpression von Helicobacter pylori.

Es zeigte sich, dass hoher Salzkonsum zu einem starken Anstieg der Wachstumsrate von H. pylori führt. Ferner traten bei den salzexponierten Bakterien beachtliche Veränderungen ihrer Morphologie auf: sie wurden länger und formten lange Ketten. Die Forscher gehen davon aus, dass hohe Salzkonzentrationen die Zellteilung beeinträchtigen.

Weiters entdeckten die Wissenschaftler nach Exposition hoher Salzkonzentrationen die Aktivierung zweier Gene, die für die Virulenz (=Schädlichkeit) des Bakteriums verantwortlich sein sollen. Damit lasse sich nun endlich auch die erhöhte Krankheitsrate im Zusammenhang mit Salzkonsum erklären.

Quelle: 107th General Meeting of the American Society for Microbiology in Toronto

Weiterführende Literatur: Schluss mit Sodbrennen. Reflux, Gastritis, Magengeschwüre und Reizmagen

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