Roter Traubensaft ist der gesündeste Fruchsaft
28. März 2007
Da in England der Fruchstsaftkonsum höher als in anderen europäischen Ländern ist, untersuchten schottische Wissenschaftler den Phenolgehalt von dreizehn kommerziellen Fruchtsäften. Phenole sind starke Antioxidantien, die durch Abpufferung der hochreaktiven freien Radikale im menschlichen Organismus eine Reihe von gesundheitsförderlichen Wirkungen entfalten können. So sollen sie etwa den Cholesterinspiegel, das Herzinfarkt- und Krebsrisiko senken sowie das Risiko für die Erkrankung an Alzheimer-Demenz positiv beeinflussen.
Polyphenole kommen in Pflanzen als Farbstoffe (Flavonoide oder Anthocyanine), Geschmackstoffe oder Gerbsäuren (Tannine) vor. Die Wissenschaftler interessierten sich für die möglichen positiven Auswirkungen von Fruchtsäften auf den Menschen. Von den 13 untersuchten wies der rote Traubensaft (Purple Concord Grape) den höchsten Gehalt an individuellen Polyphenolen und höchsten Gesamtgehalt an Phenolen auf. Hauptbestandteile waren Flavonoide, Anthocyanine und Hydroxycinnamate, die 93% ausmachten.
Interessanterweise reihte sich der kleine Bruder der roten Traube, nämlich die weisse Traube, an letzter Stelle der Rangliste ein. An zweiter Stelle kam der trübe Apfelsaft, gleichauf mit dem Preiselbeer- und Granatapfelsaft.
Für eine optimale Wirkung empfehlen die Autoren der Studie, sich nicht auf eine Saftsorte zu beschränken, sondern eine Variation von Säften zu konsumieren (roter Traubensaft, Grapefruit-Saft, Preiselbeer und Apfelsaft). Da die einzelnen Säfte viele individuelle Polyphenole beinhalten, sollen sich dadurch die schützenden Effekte verstärken.
Nichtsdestotrotz noch ein paar Gedanken zum empfohlenen Fruchtsaftkonsum abseits der oben genannten Studie:
Soft-Drinks wie beispielsweise Cola wurden in letzter Zeit nicht zu Unrecht immer häufiger bezüglich ihres hohen Energiegehalts an den Pranger gestellt. Sie gelten als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Übergewicht. Roter Traubensaft eines bekannten Markenherstellers beinhaltet 40 g Zucker in 240 ml Saft, das sind ca. 17 g pro 100 ml. Coca Cola hat 35 g Zucker pro 330 ml, das sind 10,6 g pro 100 ml. Traubensaft hat somit sogar 60% mehr Zucker als Coca-Cola. Übergewicht führt zu genau den gegenteiligen Effekten wie sie Phenolen nachgesagt werden: Bluthochdruck, Arteriosklerose, Herzinfarkt oder Hirnschlag.
So gesehen sollte man die oben präsentierten Ergebnisse, so gut sie auch seien, wieder mit etwas anderen Augen sehen. Es ist die Frage, welche der Wirkungen sich in der Langzeitanwendung durchsetzt: Das Antioxidans oder die Kalorienbombe?
Mullen W, Marks SC, Crozier A. Evaluation of Phenolic Compounds in Commercial Fruit Juices and Fruit Drinks. J Agric Food Chem. 2007 Mar 16; [Epub ahead of print] [Link]
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Am 19. Dezember 2008 um 16:29 Uhr
Seit ein Freund von mir einen Fruchtsaft mit vielen Antioxidantien trinkt, geht es ihm während einer Chemotherapie wesentlich besser.
Ich selbst habe in einer Untersuchung gelesen, dass Kirschsaft bei Sportlern die Muskelermüdung um 30 % senkt und die Muskelschmerzen nach dem Sport nicht so stark sind. Das kann ich nur bestätigen. Ich spiele einmal die Woche Fußball ohne sonst weiter zu trainieren. Normalerweise hatte ich danach immer starken Muskelkater und Muskelschmerzen. Die sind nicht mehr vorhanden, seit ich regelmäßig Kirschsaft aus dem Supermarkt trinke.
Am 2. Februar 2009 um 20:06 Uhr
Hallo!
Ersteinmal möchte ich den Verfasser des Artikels dafür loben, dass er nicht vergessen hat zu erwähnen wie hoch der Zuckergehalt von Fruchtsäften ist. Zu hoher Zuckerkonsum ist die heutzutage wohl heufigste diäthetische Ursache für Übergewicht.
Um die finale Frage des Artikels zu beantworten: Wer sich darum bemüht sich regelmäßig ausreichend sportlich zu betätigen, so dass er ein Gleichgewicht zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauch schafft braucht sich um die Kalorienbombe keine Sorgen machen und kann das Antioxidans mit gutem Gewissen genießen.