Omega-3 Fettsäuren wirken Alkohol entgegen

27. Juli 2007

Alkohol und FetteEin Heringsschmaus nach einer durchzechten Nacht bekommt laut neuesten Studienerkenntnissen eine völlig neue Bedeutung. Denn Alkohol beeinträchtigt die Aufnahme und Verarbeitung vieler wichtiger Nährstoffe, unter anderem auch der essentiellen Fettsäuren. Neue Studien haben gezeigt, dass übermäßiger Alkoholkonsum den Spiegel an Omega-3 Fettsäuren senken und so die Liste der gesundheitsschädlichen Wirkungen um einige Punkte ergänzen kann.

Zu den essentiellen Omega-3 Fettsäuren zählt man die alpha-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docohexaensäure (DHA). Diese Fettsäuren können vom Körper nicht selbst hergestellt, sondern mit der Nahrung zugeführt werden. Man findet sie beispielsweise in Leinsamenöl, Rapsöl oder Sojaöl. Den höchsten Gehalt an Omega-3 Fettsäuren haben jedoch Fische, vor allem die fettigen Sorten wie Lachs oder Thunfisch. Man kann diese Öle mittlerweile sehr bequem in Kapselform (Fischölkapseln, Omega-3 Kapseln, Krill Öl Kapslen) kaufen.

Neben den Omega-3 Fettsäuren sind noch die Omega-6 Fettsäuren gesundheitlich relevant. Dazu gehören die gamma-Linolensäure (GLA), Linolsäure und Arachidonsäure. Omega-6 Fettsäuren findet man zum Beispiel in Maiskeim- oder Sonnenblumenöl.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren in der Ernährung von 5:1. In den Industriestaaten ist dieses Verhältnis jedoch stark in Richtung der Omega-6 Fettsäure verschoben. Folgen dieser Ernährungsweise sind die modernen Zivilisationskrankheiten wie Gefäßverkalkung, Herzinfarkt oder Hirnschlag. Exzessiver Alkoholkonsum verschiebt zusätzlich das oben genannten Verhältnis der ungesättigten Fette in Richtung der Omega-6 Fettsäuren.

Mehr Informationen zu den mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFAs) finden Sie im Artikel Fett.

Eine Studie an 4168 Personen fand heraus, dass Männer mit regelmäßigem, exzessivem Alkoholkonsum (sog. Binge-Drinker) sehr niedrige Werte von Omega-3 Fettsäuren aufwiesen. Je höher der Alkohokonsum, desto niedriger waren die Level von Omega-3 Fettsäuren im Blut. Ursache dafür war die oft sehr ungesunde Ernährung der Betroffenen.

Das Problem der Unterversorgung potenziert sich durch die Tatsache, dass gerade Menschen mit exzessivem Alkoholkonsum aufgrund der ungesunden Lebensweise einen höheren Bedarf an Omega-3 Fettsäuren besitzen. Für Frauen konnten aufgrund der niedrigen Fallzahlen keine Rückschlüsse gezogen werden. Es liegt jedoch nahe, dass sich dort dieselbe Problematik einstellt.

Auch der wohl allseits bekannte Spruch »Alkohol macht Birne hohl« bekommt eine neue Gewichtung. Dr. Brenna, Autorin der Studie, hob hervor, dass Alkoholkonsum eine starke, langanhaltende und schädliche Wirkung auf das menschliche Gehirn ausübe. Zudem seo das Hirn von einer konstanten Zufuhr an Omega-3 Fettsäuren abhängig. Zusätzlich zur primär schädlichen Wirkung von Alkohol komme also noch die Minderversorgung mit besagten Fettsäuren hinzu.

Zusammenfassend sollten Personen, die regelmäßig große Mengen Alkohol trinken auf eine ausreichende Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in Form von Omega-3 Fettsäuren achten. Dies kann entweder durch den Verzehr von reichlich Fisch oder durch Supplementation von Omega-3 Kapseln bzw. Fischöl-Kapseln erreicht werden.

Kim SY, Breslow RA, Ahn J, Salem N Jr. Alcohol consumption and Fatty Acid intakes in the 2001-2002 national health and nutrition examination survey. Alcohol Clin Exp Res. 2007 Jul;31(8):1407-14. Epub 2007 Jun 11.

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