Low-Dose Verabreichung von DHA aus Algen bringt gute Ergebnisse

02. April 2007

Alge Crypthecodinium Cohnii DHA DocohexaensäureDie Omega-3 Fettsäuren DHA (Docosahexaensäure) und EPA (Eicosapentaensäure) können vom Körper selbst nicht erzeugt werden und zählen deshalb zu den essentiellen Fettsäuren. Über die genauen Wirkungen der einzelnen Fettsäuren kann im Artikel Fett nachgelesen werden. Wesentliche Quellen sind in erster Linie fette Fische, in zweiter Linie Pflanzen. In den gerne konsumierten Fischölkapseln finden sich pro 1000 mg im Schnitt 180 mg EPA und 120 mg DHA.

Im Großteil der bisher durchgeführten Studien wurde eine kardioprotektive Wirkung der Omega-3 Fettsäuren im Supplementationsbereich von >1 g festgestellt. Welche Wirkung eine sogenannte Low-Dose Verabreichung von DHA hat, war bisweilen nicht bekannt. Deshalb untersuchte eine Forschergruppe aus London in einer doppelblinden, plazebokontrollierten Studie die Auswirkungen von 0,7 g DHA pro Tag auf verschiedene Gerinnungsfaktoren, Blutdruck und Herzfrequenz von 38 gesunden Probanden im Alter zwischen 40-65 Jahren. Jede Behandlung dauerte 3 Monate mit einer zwischengeschalteten, viermonatigen Pause. DHA wurde dabei aus der Alge Crypthecodinium cohnii extrahiert.

Die Ergebnisse zeigten eine durchschnittliche Senkung des diastolischen Blutdrucks um 3 mmHg und der Herzfrequenz um 2,1 Schläge pro Minute. Andere Faktoren wie die Endothelfunktion oder Beschaffenheit der Arterienwände blieben von der kurzzeitigen DHA-Supplementation unbeeindruckt, Langzeitergebnisse sind diesbezüglich noch abzuwarten.

Diese Studie zeigt, dass bereits relativ kleine Mengen von DHA reichen um die Gesundheit des Herzens zu fördern. Zwar ist eine Senkung des Blutdrucks um 3 mmHg kein Meilenstein, die Behandlung mit DHA wurde jedoch erstens nur vergleichsweise kurz durchgeführt und soll zweitens nur eine präventive bzw. supportive Maßnahme einer medikamentösen Therapie darstellen. In Anbetracht der zunehmenden Schwermetallbelastung der Meere und somit auch der Fische scheinen aus Pflanzen gewonnene Omega-3 Fettsäuren eine mögliche Alternative darzustellen. Auch für Vegetarier bzw. Veganer könnte diese Erkenntnis sehr interessant sein.

Theobald HE, Goodall AH, Sattar N, Talbot DC, Chowienczyk PJ, Sanders TA. Low-Dose Docosahexaenoic Acid Lowers Diastolic Blood Pressure in Middle-Aged Men and Women. J Nutr. 2007 Apr;137(4):973-978. [Link]

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2 Reaktionen zu “Low-Dose Verabreichung von DHA aus Algen bringt gute Ergebnisse”

  1. Fenja Müller

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Sie schreiben in Ihrem Artikel, die Alge Crypthecodinium enthalte die ungesättigte Omega-3-Fettsäure Docosapentaensäure (DHA). Meines Wissens ist Docosahexaenonsäure jedoch ausschließlich in tierischen Produkten vorhanden. Docosapentaensäure dagegen ist eine Zwischenstufe bei der Umwandlung von Eicosapentaensäure in Docosahexaensäure. Ist diese vielleicht in Crypthecodinium vorhanden und wird dann konvertiert?
    Mit freundlichem Gruss. Fenja-M.

  2. DocMed

    Hallo Fenja Müller,

    danke für den Kommentar und das aufmerksame Lesen des Beitrages. Sie haben natürlich Recht, in der Tat handelt es sich bei erwähnter Omega-3 FS um Docosahexaensäure und nicht um Docosapentaensäure. Ich habe den Irrtum im Beitrag nun nachträglich korrigiert und danke für den Hinweis.

    MfG
    DocMed

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