Isotope als Schlüssel zu längerem Leben

03. April 2007

Isotope für Gesundheit und langes LebenDie Suche nach dem ewigen Leben ist ein integraler Bestandteil der Wissenschaft seit Bestehen der Menschheit. Nun haben Forscher eine sehr ungewöhnliche Theorie untersucht, die das Leben deutlich verlängern könnte. Sie verwendeten dafür Isotope, die über die Nahrung zugeführt wurden und sich an Proteine, Zellmembrane und DNA-Strukturen von lebenden Zellen anlagerten. Durch diese Bindungen mit den Isotopen entstanden laut den Forschern sehr viel festere und für freie Radikale unempfindlichere Strukturen.

Isotope sind natürliche Variationen von chemischen Grundelementen, die sich nur durch eine abweichende Zahl an Neutronen im Atomkern unterscheiden. Prominente Beispiele sind Deuterium, ein Isotop des Wasserstoffs mit einem zusätzlichen Neutron im Atomkern, und 13C, ein Isotop des Kohlenstoffs.

Freie Radikale sind hochreaktive Stoffe, die im menschlichen Körper oxidativen Schaden an Zellen und deren Erbanlagen anrichten und deshalb gemeinhin als wesentlicher Bestandteil des Alterungsprozesses angesehen werden. Sie entstehen beispielsweise durch Stress, Rauchen, UV-Strahlung oder große Hitze.

Die Forschergruppe aus Oxford versetzte die Nahrung von Würmern mit Isotopen von Kohlenstoff-, Stickstoff- oder Wasserstoffatomen. Diese speziell gefütterten Würmer lebten im Vergleich zu herkömmlichen Würmern um zehn Prozent länger. Mikhail Shchepinov, Autor der Studie, äußerte sich im Journal Chemistry & Industry zu einer möglichen Übertragbarkeit dieser Ergebnisse auf den Menschen. Man könne mit dieser Ernährung in Analogie zu den Würmern um bis zu 10 Jahre länger leben. Dazu würde es reichen, gelegentlich ein Steak oder Filet von einem Tier zu essen, dass mit isotopenangereichertem Futter aufgezogen wurde.

Die Idee der Studie ist revolutionär und die Ergebnisse sind beeindruckend, aber natürlich bleibt die Anwendbarkeit für den Menschen fraglich. Nichtsdestotrotz zeichnet sich hier eine völlig neue Generation von Functional Food ab, deren mögliche Therapieansätze neue Dimensionen erreichen.

Shchepinov MS. Reactive oxygen species, isotope effect, essential nutrients, and enhanced longevity. Rejuvenation Res. 2007 Spring;10(1):47-60. [Link]

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