Fettreiche Ernährung stört die innere Uhr des Körpers
11. November 2007
Werden Sie mitternachts wach und genehmigen sich dann einen kleinen Snack? Wenn Sie sich jetzt betroffen fühlen, scheinen Sie eine gestörte innere Uhr zu besitzen. Doch was bedeutet das für Sie? Alle Organismen folgen dem sogenannten zirkadianen Rhythmus. Dieser Rhythmus bestimmt, wann beispielsweise Pflanzen die Blüten öffnen oder Tiere aus dem Winterschlaf erwachen. Auch das Leben der Menschen wird durch diese biologische Uhr gelenkt – der Hormonspiegel sinkt und steigt mit der Tageszeit (z.b. Cortisol, Testosteron, Östrogen, Insulin etc.), die Köpertemperatur verändert sich, körperliche Aktivität, Gemüt und Laune, Flüssigkeitsbilanz, Herzfunktion, Nahrungs- und Sauerstoffaufnahme werden beeinflußt. Eine amerikanische Forschergruppe untersuchte die Auswirkungen der Ernährung auf den zirkadianen Rhythmus.
In ihrer Studie wurden genetisch ähnliche Mäuse zunächst zwei Wochen mit normalem Futter ernährt, danach für weitere sechs Wochen in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe behielt die übliche Ernährung bei, die andere Gruppe wurde mit besonders fettreicher Nahrung (45%) gefüttert. Die gesamte Studie fand im Dunkeln statt, um die innere Uhr der Mäuse zu reflektieren.
Zwei Wochen nach Änderung der Ernährung stellte sich auch eine Änderung im Verhaltensmuster der High-Fat Mäuse ein. Sie begannen, während ihrer bisher typischen Ruhe-und Schlafenszeiten zu essen und bei den normalen Mahlzeiten mehr Kalorien zuzuführen. Zusätzlich verlängerte sich der Schlaf/Wach-Rhythmus über die sonst relativ strikt eingehaltenen 24 Stunden hinaus. Die Forscher führten diese Beobachtungen auf eine Störung des zentralen Steuerorgans der zirkadianen Rhythmik im Gehirn der Mäuse durch die fettreiche Ernährung zurück. Die normal ernährten Mäuse zeigten sich von der ständigen Dunkelheit unbeeindruckt und behielten ihren normalen Rhythmus bei.
In der Studie konnte zudem gezeigt werden, dass fettreiche Ernährung nicht nur Einfluss auf das Verhalten, sondern auch auf die Physiologie hatte. Denn die Forscher beobachteten bei den Mäusen mit fettreicher Ernährung eine Änderung in der Aktivität bestimmter Gene, die im Zusammenhang mit der Steuerung der inneren Uhr stehen. Nach diesem missing Link suchten Dr. Bass und Kollegen seit ihrer vor zwei Jahren publizierten Studie, wo sie einen gestörten zirkadianen Rhythmus mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Diabetes in Verbindung brachten.
Die Abhängigkeit der inneren Uhr von der Ernährung stellt eine tückische Teufelsspirale dar:
»The clock-metabolism cycles feed on each other, creating a vicious loop«, says Bass. »Once weight gain starts, the clock is disrupted, and a disrupted clock exacerbates the original problem, affecting metabolism negatively and increasing the propensity for obesity and diabetes. »
Ist die innere Uhr erstmal gestört, nimmt man mehr Kalorien zur falschen Zeit zu sich, was einer Regeneration des zirkadianen Rhythmus wiederum entgegenwirkt. So nimmt die Gewichtszunahme seinen Lauf und es stellen sich die typischen Begleiterscheinungen ein – angefangen von Gemütsstörungen (Depressionen) bis hin zu Gefäßverkalkung, Bluthochdruck und Diabetes. Doch die Lage ist nicht so aussichtslos, wie sie sich anhören mag, denn der Mensch ist – im Gegensatz zur Maus – nicht (ausschließlich) triebgesteuert und kann trotz zirkadianem Rhythmus und Hunger auch mal »Nein« sagen.
Kohsaka A, Laposky AD, Ramsey KM, Estrada C, Joshu C, Kobayashi Y, Turek FW, Bass J. High-fat diet disrupts behavioral and molecular circadian rhythms in mice. Cell Metab. 2007 Nov;6(5):414-21.
Am 13. März 2009 um 12:09 Uhr
Natürlich ist es so! Fettes Essen ist auf keinen Fall gesund. Mehr Obst und Gemüse essen und wird alles mit dem Körper in Ordnung.