Einfluss des Trainingszustandes auf den Glykämischen Index

15. Februar 2007

Einfluß des Trainingszustandes auf den Glykämischen IndexDer Glykämische Index (GI) beschreibt die Auswirkung von Kohlenhydraten auf den Blutzuckerspiegel. Im Wesentlichen korreliert ein hoher Glykämischer Index mit einem raschen und hohen Anstieg des Blutzuckers. Das mag zwar für Sportler zur raschen Wiederbefüllung der Energiespeicher gut sein, bei der restlichen Bevölkerung kann dies jedoch zu vermehrter Fettspeicherung bzw. reduziertem Fettabbau sowie einem bald nach dem Verzehr auftretendem Hungergefühl führen. Übergewicht, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauferkrankungen sind die möglichen Folgen.

Die genauen Zusammenhänge sind jedoch um einiges komplizierter und nicht nur auf den Glykämischen Index zu reduzieren. So führen Lebensmittel mit hohem GI beispielsweise nur dann zur Gewichtszunahme, wenn in Summe mehr Kalorien als benötigt zugeführt werden. Auch das genannte Hungergefühl wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst und kann keinesfalls alleinig dem GI zugeschrieben werden. Die Studienlage liefert hierzu noch relativ kontroverse Ergebnisse. Allgemein lässt sich sagen, dass der GI bei kranken Menschen kritischer zu betrachten ist als bei gesunden.

Bisher wurde der GI als rein deskriptiver Faktor von Kohlenhydraten betrachtet. Diese Meinung muss nun den Daten einer Studie von Mettler et al. zufolge revidiert bzw. ergänzt werden. Die Forschergruppe untersuchte den Einfluß des Trainingszustandes auf den Glykämischen Index und brachte dabei überraschende Ergebnisse zutage.

34 männliche, junge Probanden wurden in 3 Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe (10) betätigte sich sportlich nicht (I), die zweite Gruppe (12) übte mäßig Sport aus (II) und eine dritte Gruppe (12) bestand aus trainierten Ausdauersportlern (III). Nachdem unter standardisierten Bedingungen bei allen Probanden der Glucosereferenzwert gemessen wurde, bekamen sie ein Frühstück (Kellogg’s Special K) mit 50 g Kohlenhydraten, 14 g Protein, 4,6 g Fett und 1,7 g Ballaststoffen vorgesetzt. Die zu messenden Parameter waren Blutzucker, Insulin und Glukagon.

Es zeigte sich, dass sich der Glykämische Index signifikant um durchschnittlich 23 GI-Einheiten zwischen der Gruppe I und III unterschied. Unterschiede zwischen den restlichen Gruppen waren zwar vorhanden, statistisch jedoch nicht signifikant. Der Insulinindex zeigte ebenso keine wesentlichen Abweichungen.

Diese Ergebnisse werfen einen völlig neuen Blickwinkel auf den Glykämischen Index und dessen Einflussfaktoren. Nun ist es wichtig, dieses Wissen auf andere Lebensmittel und vor allem andere Bevölkerungsgruppen wie Frauen, ältere Menschen, Diabetiker oder Übergewichtige auszuweiten.

Mettler S, Lamprecht-Rusca F, Stoffel-Kurt N, Wenk C, Colombani PC. The influence of the subjects‹ training state on the glycemic index. Eur J Clin Nutr. 2007 Jan;61(1):19-24. Epub 2006 Jul 12. [Link]

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Eine Reaktion zu “Einfluss des Trainingszustandes auf den Glykämischen Index”

  1. Manfred Dörsch

    Mhh!

    Ja! Was sagt das nun aus?

    Körperliches Training reduziert, bzw. minimiert die Schäden, die durch eine zucker- und Kohlenhydratreiche Ernährung so wie sie z.Z. von den »Ernährungsfachleuten« gepredigt wird.

    Die Rezeptoren sprechen wieder eher auf das Insulin an.

    Weil ja verstärkt im Training KH verbrannt werden.

    Das lässt sich noch mit Vanadylsulfat und Chrompicoionat optimieren.

    KH in den Mengen wie sie z.B. die DGE (60%) empfiehlt, sollten eben Sportler vorbehalten bleiben.

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