Die Ernährung ist immer noch zu salzig

10. April 2007

Die Ernährung der Weltbevölkerung ist zu salzigDie Ernährung der Weltbevölkerung ist laut eines Reports von Professor Franco Cappuccio der Universität von Warwick immer noch viel zu salzig. Die Empfehlungen der World Health Organisation (WHO) würden demnach weiterhin konsequent ignoriert. Capuccio behautet, nur wenige Länder würden den Richtlinien der WHO zur Prävention von Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) und des WHO/FAO Reports über Diät, Ernährung und der Prävention von chronischen Krankheiten folgen. In diesen Richtlinien werden maximal 5 g Salz pro Tag empfohlen. Einige Länder haben unterdessen ihre eigenen Standards herausgebracht oder äußern sich schlichtweg gar nicht zu dieser Thematik.

Vor allem die europäischen Länder scheinen die Empfehlungen er WHO zu ignorieren. Eines der Länder mit der höchsten Tagesdosis an Salz ist Belgien mit durchschnittlichen 8,75 g täglich. In Griechenland und Ungarn exisitieren nur allgemeine Empfehlungen wie etwa »vermeiden Sie Salz und salzreiche Ernährung«. Konkrete Zahlen werden keine genannt. Nachahmenswertes Beispiel ist hingegen Portugal mit einem Salzkonsum von weniger als 5 g pro Tag. Grossbritannien spricht eine Empfehlung von weniger als 6 g Salz pro Tag aus. Damit liegt es zwar über den WHO-Richtlinien, hat aber im Gegensatz zu anderen Ländern eine sehr effektive Öffentlichkeitsarbeit an den Tag gelegt, um den Salzkonsum in der Bevölkerung einzuschränken.

In Asien ist die Situation noch schlechter, dort reichen die Empfehlungen bis zu 10g pro Tag in Japan. In Afrika gibt es überhaupt nur in zwei Ländern (Nigerien und Südafrika) Richtlinien bezüglich der Salzzufuhr, allerdings stellt dort bei der allgemeinen Unterernährungsproblematik der Bevökerung der Salzkonsum ein eher vernachlässigbares Problem dar.

Nur wenig besser stellt sich die Situation in Australien, Neuseeland, Kanada und USA dar. Diese Länder sprechen alle ein Ziel von weniger als 6 g Salz pro Tag aus. In den USA gibt es daneben noch spezielle Empfehlungen für besondere Risikogruppen.

Professor Cappuccio meint eine Erklärung für die weltweit abweichenden und im Schnitt höheren Empfehlungen, als sie die WHO ausspricht, zu haben. Denn Salz ist in den meisten Regionen der Erde eine Hauptquelle für Jod und genau das treibt die meisten Länder in eine Zwickmühle: Einerseits wird ionisiertes Salz benötigt um Jodmangel und die damit assoziierten Folgekrankheiten zu vermeiden, andererseits soll der Salzkonsum wegen einer weiteren Volkskrankheit, dem Bluthochdruck, eingeschränkt werden.

Quelle: Universität Warwick

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