Diätprodukte führen möglicherweise zu Übergewicht
11. August 2007
Aufgrund neuester Forschungsergebnisse geben Experten unter anderem den beliebten und allseits propagierten Diätprodukten Schuld an der zunehmenden Problematik des Übergewichts. Insbesondere bei Kindern soll durch den Konsum von kalorienarmen Lebensmitteln eine Art geschmackskonditionierender Prozeß stattfinden.Ein Forscherteam untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Geschmack bestimmter Lebensmittel, der darin enthaltenen Kalorienmenge und den tatsächlich zugeführten Kalorien.
Dazu fütterten die Wissenschaftler junge Ratten über 16 Wochen hinweg mit kalorienarmen, süßen oder sauren Gelatinekapseln. Daraufhin wurden den jungen Vierbeinern gleichschmeckende Produkte mit normalem Kaloriengehalt angeboten (beispielsweise normale Cola statt Diätcola).
Es zeigte sich, dass die jungen Ratten weit über ihren Bedarf hinaus Kalorien zu sich nahmen. Dieser Effekt war besonders bei jenen Ratten ausgeprägt, die eine genetische Veranlagung für Übergewicht aufwiesen. Bei älteren Ratten konnte dieser Effekt nicht nachgewiesen werden. Die Forscher gehen davon aus, dass kalorienarme Produkte die Fähigkeit stören, den Kaloriengehalt von Lebensmitteln und die Menge an bereits zugeführten Kalorien einzuschätzen.
Obwohl eine Übertragung der Erkenntnisse aus Tierstudien auf den Menschen oft problematisch ist, könnte besagte Studie eine Erklärung für vorangegangene Untersuchungen darstellen, in denen ein Zusammenhang zwischen dem Konsum von Diätcola und der Entwicklung von Übergewicht bei Kindern nachgewiesen werden konnte.
Basierend auf diesen Ergebnissen propagieren die Forscher eine ausgewogene, gesunde Ernährung und ausreichende körperliche Betätigung anstatt kalorienarmer Diätprodukte. Vor allem Kinder und Jugendliche sollen diese Lebensmittel gänzlich aus ihrem Ernährungsplan streichen.
Es macht jedoch keinen Sinn, der überschwenglichen Kalorienzufuhr den Weg zu ebnen, indem man Diätprodukte strikt ablehnt. Diätprodukte sind prinzipiell eine bessere Wahl als ihre normokalorischen Varianten, vor allem bei ungesunden Lebensmitteln wie beispielsweise gezuckerte Getränke. Der optimale Weg wäre jedoch die bereits angesprochene Umstellung der Ernährung auf eine ausgewogene Mischkost und viel Sport.
Pierce WD. Obesity, August 2007; Vol 15: Seite 1969-1979.
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Neuer Risikomarker für übergewichtige Kinder entdeckt
Am 13. August 2007 um 13:06 Uhr
[…] Artikel wurde veröffentlicht am 12.08.2007 um 10:30 Uhr. Tags: ernährung studie süßtoff light Permalink Trackback URI Noch kein Kommentar. Sei […]
Am 15. August 2007 um 12:47 Uhr
Die Studie sagt meines Verständnisses nach aus, dass Süßstoff genau so wie Zucker darauf konditioniert, später vermehrt und im Übermaß zuckerhaltige Produkte zu sich zu nehmen. Demzufolge machen nicht die Diätprodukte dick, sondern das Essverhalten, was aus ihrem Konsum in der Kindheit entsteht.
Generell kann man aber sagen, dass es absolut empfehlenswert ist, einem Cola-Trinker zu Cola Light zu raten.
Aus der Studie lässt sich demnach auch ableiten, dass die Ernährung in der Kindheit das spätere Essverhalten entscheidend prägt. Diese Prägung wieder zu überwinden, daran scheitern die meisten letzten Endes.
Am 15. August 2007 um 13:03 Uhr
@Moloch:
Genau. Die Kinder essen Diätprodukte, lernen den Geschmack kennen, assoziieren ihn aber nicht mit vielen, sondern mit wenig Kalorien (bzw. der Körper signalisiert nicht »he, hör auf, das reicht jetzt«). Essen die Kinder dann dasselbe Produkt, jedoch ohne dem Zusatz »light«, bleibt das entsprechende Sättigungssignal aus. So verlernen sie allmählich, Lebensmittel richtig einzuschätzen.
Was die Prägung des Essverhaltens betrifft, lies mal den Artikel Ernährung im Kindesalter. Dort wird unter anderem auf diesen Themenbereich eingegangen.
Am 21. Februar 2009 um 02:10 Uhr
naja..ich glaube das Hauptproblem ist noch immer zu wenig bewegung.
Das »Gefühl« über den Nährwertgehaltt eines Nahrungsmittels traue ich kaum jemanden heutzutage zu. Weder Erwachsenen noch Kindern.
Viel schlimmer finde ich das in Light Produkten oft Fett durch Zucker ersetzt wird. Das gehört eigentlich Verboten.
Ich hoffe das es bald zu einer Gesetzliche kennzeichnung der Lebensmittel kommen wird.