Diät mit niedriger glykämischer Last ist effektiver für Menschen mit gestörter Insulinproduktion

24. Mai 2007

Niedrige glykämische Last vorteilhaft für Menschen mit gestörter InsulinsekretionÜbergewicht im Allgemeinen und vor allem bei Kindern ist ein führendes Problem im weltweiten Gesundheitssystem. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass in einer Unmenge an Studien nach der idealen Diätstrategie gesucht wird. Dabei kommen immer wieder vielversprechende Ergebnisse zutage, die jedoch meist in den nachfolgenden Studien nicht bestätigt werden können und letztlich eine widersprüchliche Datenlage zurücklassen. So wechseln sich Diäten mit niedrigem glykämischen Index, niedriger glykämischer Last, hohem Proteinanteil, niedrigem oder hohem Fettanteil bzw. Kohlenhydratanteil und viele mehr je nach Studienlage in ihrem Beliebtheitsgrad regelmäßig ab.

Wissenschaftler nahmen sich nun der grundlegenden Frage an, warum in Diätstudien bei relativ gleichen Rahmenbedingungen oft solch divergente Ergebnisse zustande kommen. Sie verfolgten dabei die Theorie, dass diese Widersprüche durch unterschiedliche physiologische Voraussetzungen der Probanden, insbesondere bezüglich der Insulinsekretion, entstehen würden.

Um ihre Vermutung zu untermauern startete die Forschergruppe aus Boston eine eigene Diätstudie: 73 übergewichtige Probanden im Alter von 18-35 Jahren hielten für insgesamt 18 Monate entweder eine Diät mit niedriger glykämischer Last (40% Kohlenhydrate, 35% Fett, 25% Protein) oder mit niedrigem Fettanteil (55% Kohlenhydrate, 20% Fett, 25% Protein). Zusätzlich wurde am Beginn der Studie die Insulinsekretion 30 min nach Verabreichung von 75 g Glucose auf nüchternen Magen gemessen. Ist der Insulinspiegel über einem gewissen Wert, spricht dies für eine prädiabetische bzw. diabetische Stoffwechsellage.

Es zeigte sich, dass die Art der Diät keinerlei Einfluss auf die Ergebnisse (Körpergewicht, Körperfettanteil und Blutfette) hatte. Einzig bei Probanden, deren Insulinspiegel bei besagter Messung über dem Mittelwert lagen, wiesen bei der Diät mit niedriger glykämischer Last einen höheren Verlust an Körpergewicht (durchschnittlich 5,8 kg statt 1,2 kg) und Körperfett (2,6% statt 0,9%) auf als die low-fat Gruppe. Bei Personen mit normaler Insulinproduktion zeigte sich dieser Unterschied nicht.

Unter allen Probanden verbesserte sich die Konzentration des »guten« Cholesterins (HDL) und der Triglyceride mehr in der Gruppe mit niedriger glykämischer Last, während das »schlechte« Cholesterin (LDL) eher in der low-fat Gruppe die besseren Werte entwickelte.

Die Untersuchung zeigt somit klar auf, dass die Insulinsekretion der Probanden einen wesentlichen Einfluss auf das Ergebnis von Diätstudien haben kann und Diäten mit niedriger glykämischer Last vor allem bei Menschen mit gesteigerter Insulinsekretion im Rahmen eines frühen diabetischen Stadiums gut wirken.

Ebbeling CB, Leidig MM, Feldman HA, Lovesky MM, Ludwig DS. Effects of a low-glycemic load vs low-fat diet in obese young adults: a randomized trial. JAMA. 2007 May 16;297(19):2092-102. [Link]

Weiterführende Literatur: LOGI-Guide

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