Binge Eating häufiger als Anorexie oder Bulimie
14. Februar 2007
Während die sog. Magersucht landläufig bekannt ist, scheint der Begriff Binge Eating in der Bevölkerung weitgehend unbekannt zu sein. Dabei fand eine Forschergruppe aus Harvard heraus, dass diese Form der Essstörung in Amerika weitaus häufiger vorkommt als Anorexia nervosa (Magersucht) oder Bulimie (Ess-Brechsucht).
Beim Binge Eating kommt es zum Kontrollverlust über das Essverhalten und somit zu regelmäßigen auftretenden Fressattacken. Im Gegensatz zur Bulimie wird das Gegessene im Anschluß jedoch nicht mehr erbrochen, was über einen längeren Zeitraum hinweg zu Adipositas (Übergewicht) mit all seinen Folgen führt.
In unten zitierter Studie wurden 9000 Personen bezüglich ihrer mentalen Gesundheit exploriert. 0,9% der der Frauen und 0,3% der Männer erkrankten demnach zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben an Anorexia nervosa. Im Gegensatz dazu litten 3,5% der Frauen und 2% der Männer in ihrem Leben bereits an einer Binge Eating Disorder, das entspricht ca. 4x mehr Frauen und ca. 6,7x mehr Männer als bei Anorexia nervosa.
Die möglichen Folgen von Binge Eating sind Adipositas, Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Im Mittel dauert eine Episode des Binge-Eatings laut Hudson et al. 8,1 Jahre, Anorexia nervosa 1,7 Jahre und Bulimie 8,3 Jahre.
Dos Forscherteam hofft unter anderem aufgrund dieser Daten auf eine Anerkennung der Binge Eating Disorder als offizielle psychiatrische Diagnose.
Hudson JI, Hiripi E, Pope HG Jr, Kessler RC. The prevalence and correlates of eating disorders in the national comorbidity survey replication. Biol Psychiatry. 2007 Feb 1;61(3):348-58. Epub 2006 Jul 3. [Link]
Binge Eating und Übergewicht im Tiermodell
Am 1. November 2007 um 22:02 Uhr
Hallo, unter link haben wir ein nicht kommerzielles selbsthilfeinternetprojekt zum thema binge eating syndrom und atypische bulimie.
lg sehnsuchtshunger