Auswirkungen von Diäten mit niedriger versus Diäten mit hoher glykämischer Last auf Akne
27. Mai 2007
Als eine der weltweit häufigsten Erkrankungen der Haut steht die Akne (Acne vulgaris) stets im Focus der Forschung. Sie tritt vorwiegend im Rahmen der Pubertät und den damit assoziierten Hormonschwankungen, vor allem der Sexualhormone (Androgene), auf. Dabei kommt es zu einer vermehrten Produktion von Talg in den Talgdrüsen, gepaart mit verstopften Ausführungsgängen der Drüsenfollikel (Komedonen), welche sich in weiterer Folge entzünden und zu den typischen Läsionen (Pickel) führen. Doch nicht nur die Hormone fördern die Aknebildung, auch Faktoren wie genetische Disposition, Besiedelung mit Propionibacterium acnes, Kosmetikagebrauch, Rauchen oder Stress haben in Kombination einen wesentlichen Einfluss auf das Hautbild.
Die Rolle der Ernährung im Prozess der Aknebildung stellt einen steten Streitpunkt in der Wissenschaft dar. Einerseits lässt sich eine gewisse Beteiligung nicht von der Hand weisen, andererseits gibt es bis dato keine wissenschaftlich fundierten Daten zu diesem Thema. Eine Forschergruppe der Universität Melbourne nahm sich nun der Frage an, welchen Einfluss Diäten mit unterschiedlicher glykämischer Last auf den Hormonhaushalt und den Verlauf bzw. Heilung der Acne vulgaris ausüben könnten.
In dieser randomisierten, verblindeten Studie mussten 43 männliche Probanden mit Akne für 12 Wochen eine Diät mit niedriger oder hoher glykämischer Last einhalten. Die Teilnehmer wurden regelmäßigen dermatologischen Kontrollen unterzogen und der Hormonhaushalt im Verlauf erhoben. Als Messparameter fungierten die Zahl der Akneläsionen, sexualbindendes Protein (sex hormone binding globulin, SHBG), freier Androgenindex (FAI), insulin-like growth factor-I (IGF-I), und insulin-like growth factor binding proteine (IGFBP).
Nach besagten 12 Wochen nahm die Zahl der Läsionen in der Gruppe mit niedriger glykämischer Last um rund 8% mehr ab als in der Vergleichsgruppe (-21,9% versus 13,8%). Ebenso sank im Vergleich der freie Androgenindex (p=0,4) und stieg das IGFBP-1 (p=0,1) im Rahmen der Diät mit niedriger glykämischer Last. Beide Parameterveränderungen tragen zu einer Verbesserung der Akne bei.
Obwohl die Autoren die Aussagekraft ihrer Studie einschränken, indem sie die Rolle des Gewichtsverlustes durch die Diät nicht relativieren, scheint sich dennoch abzuzeichnen, dass die Ernährung einen wesentlichen Einfluss auf Akne haben kann. Hier könnte sich vor allem die glykämische Last der zugeführten Nahrung als wichtiger Parameter erweisen. Nichtsdestotrotz müssen diese vorläufigen Daten erst durch eine Reihe weiterer Studien bestätigt werden.
Smith RN, Mann NJ, Braue A, Makelainen H, Varigos GA. The effect of a high-protein, low glycemic-load diet versus a conventional, high glycemic-load diet on biochemical parameters associated with acne vulgaris: A randomized, investigator-masked, controlled trial. J Am Acad Dermatol. 2007 Apr 18; [Link]
Weiterführende Literatur: Akne. Ein Ratgeber für Patienten
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