Apfelsaft hilft gegen Asthma bei Kindern
04. Juni 2007
Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern. Die Diagnose »Asthma« ist jedoch nicht immer eindeutig zu stellen und stark vom untersuchenden Arzt abhängig. Ursache dafür ist die Vielzahl an möglichen Symptomen, von denen keines spezifisch für die Krankheit ist. Deswegen erstrecken sich auch die Angaben für die Häufigkeit von Asthma bronchiale in Deutschland über ein weites Spektrum. Tendenziell sind etwa 10% der Kinder und 5% der Erwachsenen betroffen.
Es gibt einige Hinweise, dass mit einer Ernährung reich an Antioxidantien und Vitaminen die Entstehung von Asthma reduziert werden kann. Gerade bei Kindern möchte man die Medikamentengabe so gut es geht vermeiden. Eine Forschergruppe aus England untersuchte deshalb in einer großangelegten Studie den möglichen Zusammenhang zwischen Obstkonsum und Asthma bronchiale bei Kindern. Als »Probanden« fungierten 2640 Kinder im Alter zwischen 5-10 Jahren aus Greenwich (London). Die Eltern wurden nach dem Obstkonsum und dem Vorhandensein asthmaähnlicher Symptome ihrer Sprößlinge befragt. Hauptsymptom war das sogenannte Giemen. Dieses Geräusch, das beim Ausatmen durch verengte Bronchien entsteht, gilt als ein wesentlicher Warnfaktor für die Entwicklung von Asthma bronchiale.
Die Studie brachte interessante Ergebnisse zutage: Kinder, die täglich mindestens ein Glas Apfelsaft tranken, hatten nur das halbe Risiko Giemen zu entwickeln als Kinder, die weniger als einmal pro Monat Apfelsaft zu sich nahmen. Dabei war es egal, welcher Apfelsaft gewählt wurde. Sowohl der teure, frisch gepresste Saft, als auch das normale Apfelsaftkonzentrat entfalteten gleichermaßen ihre Wirkung. Die Wissenschaflter beschäftigen sich derzeit noch mit der Frage, warum sich bei Konsum von ganzen Äpfeln dieser positive Effekt nicht einstellte.
Erst unlängst fand eine ähnliche Studie heraus, dass Apfel- und Fischkonsum während der Schwangerschaft möglicherweise das Ungeborene vor der späteren Entwicklung von Asthma schützen könnte (Willers et al, Thorax, 2007 Mar 27).
Der Leiter der Studie, Dr. Peter Burney, macht die im Apfel vorhandenen sekundären Pflanzenstoffe (Phytochemicals) für die vermeintlich antiasthmatische Wirkung verantwortlich. Insbesondere die Polyphenole und Flavonoide sollen dabei eine wesentliche Rolle spielen, indem sie entzündliche Vorgänge in den Atemwegen dämpfen.
Die meisten Eltern werden sich über den billigen und gutschmeckenden Schutz vor Asthma freuen. Was sollen aber jene unglücklichen Paare machen, deren Kinder keinen Apfelsaft mögen? Die Studie hält auch für diesen Fall eine Lösung bereit. Denn auch Bananen hatten eine ähnliche – wenn auch nicht ganz so starke – Wirkung wie Apfelsaft.
Okoko BJ, Burney PG, Newson RB, Potts JF, Shaheen SO. Childhood asthma and fruit consumption. Eur Respir J. 2007 Jun;29(6):1161-8. Epub 2007 Feb 14.
Weiterführende Literatur: Asthmatraining für Kinder
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