Alkohol steigert Risiko für Dickdarmkrebs
04. August 2007
Schon seit geraumer Zeit wird eine Verbindung zwischen Dickdarmkrebs und Alkoholkonsum angenommen. Auch andere Krebsarten wie Tumoren des Mundes, Halses, der Leber oder Bauchspeicheldrüse werden mit Alkohol in Verbindung gebracht. Raucher, die regelmäßig Alkohol trinken, erhöhen zudem ihr Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Alles in allem also keine guten Aussichten. Selbst Brustkrebs konnte in Studien immer wieder mit gesteigertem Alkoholkonsum assoziiert werden. Neue Ergebnisse der größten, jemals zu diesem Thema durchgeführten Studie bestätigten nun die Verbindung zwischen Alkohol und Dickdarmkrebs.
Grundlage der Ergebnisse waren Daten der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition Studie (EPIC). Diese großangelegte Studie untersucht sämtliche Zusammenhänge zwischen der Ernährung und den damit assoziierten Erkrankungen bei 478.732 Menschen in 10 verschiedenen europäischen Ländern.
Im Beobachtungszeitraum von 6,2 Jahren entwickelten 1833 Menschen Dickdarmkrebs. Personen, die täglich drei oder mehr alkoholische Getränke bzw. mehr als 30 Gramm Alkohol konsumierten, wiesen ein rund 26% höheres Risiko für die Entwicklung von Dickdarmkrebs auf als abstinente Vergleichspersonen. Wurde nur die Hälfte konsumiert (15 Gramm Alkohol) war das Risiko immer noch um 10% erhöht.
Ein halber Liter Bier oder ein Achterl Wein enthalten bereits ca. 20 Gramm Alkohol – die kritische Grenze ist also schnell erreicht. Dabei war das Risiko bei Bier größer als bei Wein (jedoch nicht statistisch signifikant).
Die Ursache für diese krebsfördernde Wirkung sehen Experten in den entzündungsverstärkenden und oxidativen Wirkungen des Alkohols im menschlichen Körper. Organe mit ständigem Kontakt zu Alkohol – wie etwa der Darm oder die Leber – sind deshalb besonders gefährdet. Die Auswirkung des chronischen Alkoholkonsums sind bei Frauen gravierender als bei Männern. Da Frauen weniger Muskelmasse aufweisen, wird der Alkohol langsamer abgebaut und es besteht ein längerer Kontakt zu den schädlichen Substanzen.
Ferrari P, Jenab M, Norat T, Moskal A, Slimani N, Olsen A, Tjonneland A, Overvad K, Jensen MK, Boutron-Ruault MC, Rohrmann S, Linseisen J, Boeing H, Bergmann M, Kontopoulou D, [..] et al. Lifetime and baseline alcohol intake and risk of colon and rectal cancers in the European prospective investigation into cancer and nutrition (EPIC). Int J Cancer. 2007 Jul 19; [Epub ahead of print]
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